Besenreiser – unschön und (meist) ungefährlich

Die Besenreiservarikosis ist keine Krankheit im medizinischen Sinne - sofern keine Beteiligung des übrigen Beinvenensystems vorliegt. Folglich sind reine Besenreiser als ungefährlich zu bezeichnen, stellen aber für viele Menschen ein kosmetisches Problem dar.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind kleine, erweiterte, oberflächlich gelegene Venen, weshalb sie von Auge gut zu erkennen sind. Die mit Blut gefüllten Gefässe können dabei verschiedenartige Farben und Erscheinungsformen annehmen: über hellrot bis dunkelblau resp. violett, als einzeln liegende Gefässe resp. in Form eines Gefässbäumchens oder wenn sie in gruppierter Anordnung vorliegen, können sie auch als „blauen Fleck“ wahrgenommen werden.

Beispiel Besenreiser Bein   Beispiel Besenreiser Bein


Wie entstehen Besenreiser?

Besenreiser treten hauptsächlich an den Beinen auf und können insbesondere auf eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Stauungen im Venensystem zurückgeführt werden. Weibliche Hormone können das Auftreten begünstigen, weshalb sie häufiger bei Frauen als bei Männern vorkommen. Im Falle eines Venenleidens verlieren die feinen Gefässe durch den ständig erhöhten Druck an Elastizität – dadurch weiten sich die kleinen, in der Regel von Auge nicht sichtbaren, oberflächlich gelegenen Venen aus und werden als rot-bläuliche Gefässstrukturen (siehe oben) sichtbar. Entsprechend sinnvoll ist es, vor der Behandlung der Besenreiser ein ernsthaftes Venenleiden auszuschliessen.

Wie werden Besenreiser diagnostiziert?

Die Diagnose von Besenreisern gestaltet sich im Allgemeinen einfach. Sie erfolgt anhand eines Patientengespräches (Anamnese) sowie einer körperlichen Untersuchung.

Bei Verdacht auf eine tieferliegende Erkrankung des Venensystems wird vorgängig eine Untersuchung mit einem Ultraschall, sog. Duplexsonographie eingeleitet. Diese Untersuchung ist für den Patienten absolut schmerzfrei und basiert auf modernen bildgebenden Verfahren.

Wichtig: Besenreiser sind KEINE Krampfadern!

Die Besenreiser werden zu den Krampfadern (syn.: Varikosis) gezählt, da es sich auch um erweiterte Venen handelt. In bis zu 50% der Fälle können sie auf ein zugrundeliegendes Krampfaderleiden hindeuten; in der anderen Hälfte der Fälle kommen die Besenreiser isoliert vor und können ein kosmetisches Problem darstellen - einen eigentlichen Krankheitswert haben sie aber nicht. Aus diesem Grunde sprechen wir bei einer isolierten Besenreiservarikosis nicht von Krampfadern im eigentlichen Sinne.

Wie werden Besenreiser behandelt?

Nachdem sichergestellt wurde, dass keine grösseren Venendefekte vorliegen, werden die Besenreiser behandelt. Grundsätzlich stehen zwei Therapieformen zu Verfügung: Sklerosierungstherapie (Verödungsbehandlung) und/oder Lasertherapie.

Die Sklerosierungsbehandlung stellt die Therapie der Wahl dar, da im Vergleich zur Lasertherapie deutlich bessere Resultate erzielt werden. In der Regel werden alle Besenreiser sklerotherapeutisch behandelt – lediglich die sehr feinen hellroten Besenreiser können manchmal diesem Verfahren nicht zugänglich sein, weshalb dann die Lasertherapie zum Einsatz kommt. Zudem kann in seltenen Fällen ein sog. Matting (seltene Nebenwirkung der Sklerotherapie, s. unten) beobachtet werden, weshalb dann der Lasertherapie der Vorzug gegeben werden muss.

Mittels der Sklerotherapie werden die Besenreiser „von innen her verödet“. Dazu werden Verödungsmittel direkt in die Besenreiser eingespritzt, wobei idealerweise pro Gefässbaum ein Stich nötig ist. Beim Einstich und Einspritzen des Verödungsmittels kann es zu einem leichten Brennen kommen, das in der Regel problemlos vertragen wird. In der Folge kommt es zu einer (nicht spürbaren) Entzündungsreaktion der Gefässwände und zu einem vollständigen Abbau im Verlauf. Nach der Verödung wird die behandelte Stelle für eine Woche mit einem selbstklebenden Verband oder einem Kompressionsstrumpf komprimiert, der tagsüber getragen werden sollte. Die Gefässe verfärben sich als Folge der Behandlung durch den Hautarzt dunkelblau und verschwinden in den kommenden Wochen.

Mittels der Lasertherapie werden die Besenreiser „von innen her verbrannt“. Dabei reagiert der hochenergetische Laserstrahl mit dem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und bringt ihn zum Kochen, was zu einer Mitreaktion der Gefässwände führt. In der Folge kommt es zu einem vollständigen Abbau der behandelten Gefässe. Die Behandlung ist nur wenig schmerzhaft – mittels Kühlung mit einem kalten Gel wird die Therapie problemlos vertragen.

Risiken der Behandlung?

Gelegentlich kommt es nach den beiden Behandlungsverfahren zu einer lokalen Braunverfärbung der Haut. Aus diesem Grund führen wir zuerst eine Probebehandlung durch, um dieses Risiko auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem sollte direkt vor und nach der Behandlung UV Bestrahlung (Sonne, Solarium) gemieden werden. In seltenen Fällen kann es zu einem sog. Matting kommen. Dabei kann man im behandelten Areal das Auftreten von ganz feinen hellroten Besenreisern beobachten (s. oben). In sehr seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen oder Gewebeentzündungen kommen. Selbstverständlich wird der Hautarzt im Vorgespräch auf diese Risiken eingehen.

Kann man Besenreiser vorbeugen?

Folgende nur zum Teil beeinflussbare Faktoren stellen mögliche Ursachen für die Entwicklung von Besenreisern dar:                              

Auf den Besuch von Sauna und Solarium sowie heisse Vollbäder sollte verzichtet werden. Zudem können Bewegungsarmut, überwiegend stehende und sitzende Tätigkeiten, Übergewicht und Tragen von hohen Absatzschuhen (Blockade der Wadenmuskulatur) – um nur einige zu nennen - das Auftreten von Krampfadern begünstigen.

Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch nach eingehender Anamnese und Untersuchung über allfällig notwendige weitere Abklärungen resp. Durchführung, Risiko und Ziel einer Therapie. Nur die Beurteilung des Gesamtbildes erlaubt das Aufstellen eines adäquaten und situationsgerechten Behandlungsplanes.