Tattooentfernung

Die Praktik der Tätowierung gibt es seit Tausenden von Jahren – sei es als Körperschmuck, als Permanent Make-up, als Ausdruck einer Gruppen-/Stammeszugehörigkeit oder zur Markierung in der Medizin resp. Justiz. Genauso besteht aber auch der Wunsch, diese wieder zu entfernen.

Methoden der Tattooentfernung

Es wurden bisher unterschiedliche Verfahren zur Tattoo-Entfernung angeboten: Die früher praktizierten Verfahren wie operatives Entfernen durch Herausschneiden oder Abschleifen der Haut (Dermabrasion), Hauttransplantationen bei grösseren Tattoos resp. chirurgischer Diathermie führten zwar zum Erfolg, hinterliessen aber häufig auffällige Narben.

Die heutige Methode der Wahl ist die Entfernung mittels Lasertherapie, wobei hierfür spezielle hochenergetische Lasergeräte eingesetzt werden. Bei diesem berührungslosen und hautschonenden Verfahren wird das Tattoo mit sehr kurzen Laserimpulsen beschossen, wodurch die Farbpigmente in kleinste Partikel zerteilt werden. Das Zerplatzen der Farbpigmente ist akustisch wahrnehmbar. Es lässt sich am ehesten mit dem Geräusch vergleichen, wenn eine Luftpolsterfolie zerdrückt wird. Nach der Behandlung werden die zertrümmerten Pigmentpartikel von unserem Immunsystem als Fremdkörper erkannt und Mithilfe unseres Lymphsystemes abtransportiert. Bei diesem Prozess bleibt das umliegende Gewebe unversehrt.

Alternative Methoden

Bis heute gibt es keine gleichwertige Behandlungsmethode zur Lasertechnologie. Es werden diverse chemische Verfahren in Form von Cremebehandlungen oder Säuretherapien angeboten, welche weder medizinisch anerkannt sind, noch von geschultem Personal durchgeführt werden und häufig zu narbiger Abheilung oder nicht zu dem gewünschten Erfolg führen. Aus gesundheitlichen Aspekten wird empfohlen, Abstand von solchen Produkten oder Dienstleistungen zu nehmen.

Lasertherapie

Die Behandlungsdauer und –intensität hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Je älter eine Tätowierung ist, desto tiefer befinden sich die Farbpigmente in der Haut und desto mehr Behandlungen sind notwendig. Genau so verhält es sich mit sogenannten Cover-Ups (mehrfach überstochene Tattoos). Hier müssen die einzelnen Farbschichten nacheinander abgetragen werden.

Wir unterscheiden folgende Tattoo-Arten:

Laientätowierungen sind oft einfarbig und haben keine hohe Pigmentdichte, weshalb sie sich oft innerhalb weniger Therapiesitzungen (3-8 Sitzungen) gut behandeln lassen.

Profitätowierungen sind oft mehrfarbig und haben eine höhere Pigmentdichte. Sie erfordern mehr Therapiesitzungen als Laientätowierungen (6-12 Sitzungen, selten auch mehr). Am Besten sprechen hierbei dunkle Farbtöne an.

Schmutztätowierungen, eingebracht durch Unfälle, sind oft schon nach wenigen Behandlungen nicht mehr sichtbar.

Permanent Make-up`s sprechen unterschiedlich gut auf eine Lasertherapie an. Im Bereiche der Augenbrauen oder Wimpern besteht das Risiko, dass die Haarwurzeln geschädigt oder zerstört werden mit der Folge des Haarverlustes bzw. dessen dauerhafter Weissfärbung. Bei der Behandlung von Lippenkontur-Tätowierungen besteht ein erhöhtes Risiko eines Farbumschlages, so dass diese nur nach einer Probebehandlung durchgeführt werden sollten.

Behandlungsablauf

In einem ersten Gespräch beraten wir Sie - nach vorgängiger Untersuchung – über die Nutzen und Risiken einer Laserbehandlung. Zudem erhalten Sie einen Preisvorschlag, wie viel eine Behandlungssitzung kosten wird.

Vor der Lasertherapie fertigen wir eine Fotodokumentation an, um das Ansprechen während des Behandlungsverlaufes beurteilen zu können. Wir führen in der Regel eine Probelaserung durch, um die Reaktion auf die Laserbehandlung beurteilen zu können. Nach einem Intervall von 1-3 Wochen erfolgt dann die definitive Behandlung.

Während der Behandlung wird das Lasergerät über das zu behandelnde Areal geführt, wobei kurze Laserimpulse abgegeben werden, welche als kurze, brennende Missempfindungen wahrgenommen werden. Je nach Grösse des Tattoos, der Lokalisation und dem individuellen Schmerzempfinden applizieren wir 15 min. vor der Lasertherapie eine anästhesierende Crème.

In welchen Abständen wird behandelt?

Die Behandlungsintervalle sollten 8 Wochen nicht unterschreiten. Kürzere Behandlungspausen bergen das Risiko der narbigen Abkapselung der Farbpigmente, was den Abtransport verhindert und zu schlechteren Behandlungsresultaten führt.

Was Sie beachten sollten

Was für ein Behandlungserfolg kann erwartet werden?

Bei einem Grossteil der Behandelten ist die Tätowierung nach der Behandlung verschwunden. Nicht alle für die Tattoos verwendeten Farben und Pigmente sprechen gleich gut auf die Lasertherapie an. Werden Tätowierungspigmente zudem sehr tief in die Haut eingebracht, kann ein Schatten zurückbleiben. Eine sichere Vorhersage hinsichtlich Ihres individuellen Behandlungserfolges und der hierfür notwendigen Sitzungen ist aus diesen Gründen leider nicht abschliessend möglich.

Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung

Laserbehandlungen von Tattoos wurden weltweit bereits millionenfach durchgeführt. In den allermeisten Fällen führt die Therapie zum Erfolg und die PatientInnen sind zufrieden. Kein ärztlicher Eingriff aber ist vollkommen Risikofrei.

Es kann durch die Behandlung zu Pigmentverschiebungen (Dunkelverfärbung, seltener auch Aufhellungen) kommen, die in der Regel nach einigen Monaten wieder verschwinden. Nur in seltenen Fällen bilden sich diese Pigmentareale nicht vollständig zurück. Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn das behandelte Areal vor resp. nach der Behandlung einer UV-Bestrahlung ausgesetzt wurde.

Das gelaserte Areal ist unmittelbar nach der Behandlung gerötet und ev. auch geschwollen. Gelegentlich kommt es zur Ausbildung von kleineren Blasen oder Krusten, welche in aller Regel folgenlos abheilen.

In seltenen Fällen kann sich im Bereiche des behandelten Areales eine Infektion ausbilden. In einem solchen Fall nehmen Sie bitte rasch mit uns Kontakt auf.

Ebenfalls selten – insb. im Bereiche gewisser Körperareale bei entsprechender Veranlagung – kann es zu Narbenbildung kommen. Durch eine rechtzeitige Behandlung solcher Narben lässt sich zumeist eine erhebliche Linderung erreichen.

Tätowierungspigmente unterliegen keiner Prüfung oder Zulassung durch das BAG oder andere nationale Gesundheitsbehörden in Hinblick auf deren toxikologische Unbedenklichkeit. Es wurden lediglich zwingend einzuhaltende Vorschriften für die Herstellung von Tätowier- und Permanent-Make-up-Farben wie auch eine rechtlich unverbindliche, aber empfohlene "Richtlinie über die gute Arbeitspraxis" für die Anwendung solcher Produkte erarbeitet. Der Einfluss von UV- resp. Sonnenstrahlung und Laserbestrahlung auf Tätowierfarbstoffe ist nur wenig untersucht. Daher besteht ein kleines Risiko, dass durch die Laserbehandlung Pigmentfragmente entstehen, welche bei Ihnen eine allergische Reaktion auslösen können. Solche allergischen Reaktionen sind selten und nicht vorhersehbar; verlaufen jedoch in den allermeisten Fällen mild.

Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.